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Investigativer Journalismus

Der Begriff investigativer Journalismus leitet sich vom lateinischen Wort „investigare“ ab, was soviel bedeutet wie aufspüren oder genaustens untersuchen. Diese Eigenschaften sind es auch, die diese Form des Journalismus ausmachen.

Der Investigative Journalismus

Der Investigative Journalismus deckt Ereignisse und Taten auf, die für die Betroffenen meist unangenehm sind und lieber vertuscht worden wären. Die Berichte konzentrieren sich meist auf Skandale und Demokratie gefährdendes Fehlverhalten mächtiger Personen. Seine Blütezeit erlebte der investigative Journalismus in den 1970er Jahren vor allem in den USA. Dort wurden innerhalb kürzester Zeit ganze Reihen von politischen Skandalen in großen Zeitungen veröffentlicht.

Beispiele

In der heutigen Zeit ist das berühmteste Beispiel für eine solche Form des Journalismus wohl der Wikileaks-Gründer Julian Assange, der geheime Militärdokumente an die Öffentlichkeit gab und den Missständen, damit Gehör verschaffte. In der Vergangenheit ist in diesem Zuge zum Beispiel die Watergate-Affäre zu nennen und die Projekte von Michael Moore aus den USA, unter anderem der Film „9/11“, der über die Geschehnisse rund um und während die Terroranschläge am 11.September berichtete. Der berühmteste deutsche investigative Journalist ist Hans Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung. Er deckte 1999 die CDU-Spendenaffäre um Bundeskanzler Helmut Kohl auf. Ebenfalls in Deutschland sehr bekannt ist in diesem Zusammenhang der Journalist Günter Wallraff. Er nahm fiktive Identitäten an um verschiedene Skandale aufzudecken und schmuggelte sich damit unter anderem in das Büro der Bild-Zeitung, von wo aus er über die Arbeitsweise eben jener Zeitung berichtete. Hinzu kommt sein legendäres Experiment, indem er sich als arbeitsuchender Migrant ausgab. Die Ergebnisse seiner Reportagen und Berichte führten und führen immer wieder zu gesellschaftlichen Debatten.

Toleranz

Investigativer ist Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft. Nicht immer stößt er jedoch auf Verständnis. Gerade jene, die im Fokus der Journalisten stehen, drohen gern mit üppigen Klagen, gedruckt auf Anwaltsschreiben mit beeindruckenden Briefköpfen riesiger Medienanwaltskanzleien. Sie, die „Betroffenen“ investigativem des Journalismus, sind es auch häufig die beklagen, dass durch ihn die Privatsphäre und Personenrechte gestört und massiv verletzt würden. Der Investigative Journalismus stellt an die Reporter enorm hohe Anforderungen. Lange, detaillierte und teils gefährliche Recherchen sind notwendig um skandalöse Vorfälle oder Demokratie gefährdendes Verhalten Macht habender Personen zu entlarven und dann zu verbreiten. Enormes Durchhaltevermögen und diplomatisches Verhalten sind nur eine der vielen Eigenschaften, die Journalisten für solche Einsätze und Artikel benötigen. Die Reporter fungieren in dieser Position gewissermaßen auch als Vierte Staatsgewalt, indem sie die Macht der Presse zugunsten der Kontrolle von Staatsorgan, Wirtschaftskonzern und Demokratie nutzen. Nicht darunter zu zählen ist die sogenannte Klatschpresse, die sich vor allem mit dem Privatleben Prominenter befasst. Sie ist mehr als Unterkategorie zu verstehen und wird als Enthüllungsjournalismus bezeichnet.

Investigativer Journalismus heute

Für das heutige Zeitalter ist der investigative Journalismus für viele Blätter und Zeitungen „zu teuer“ geworden. Um große Affären und Skandale aufzudecken, bedarf einer mehr- oder hundertköpfigen Schar an Journalisten, monatelange oder jahrelange Arbeit. Heute fehlen Zeit und Geld für solche Recherchen. Der Druck auf Chefredakteure und Zeitungsmanager ist so groß geworden, dass diese Art des Journalismus so nicht mehr zu bewerkstelligen ist. Ausnahmen Stellen zum Beispiel der Spiegel dar. Hier gibt es immer wieder Artikel oder Themen, an denen bis zu 10 Journalisten über mehrere Wochen lang arbeiten. Nichtsdestotrotz ist die Blütezeit des investigativem Journalismus verstrichen und bedarf „revolutionären Journalisten“ wie Julian Assange, die Arbeit und Gefahren dieser Journalismusform freiwillig auf sich nehmen.

Foto: Matteo Groppo – Fotolia

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